Menü
Suche
Suche

Türchen 23

Weihnachtsmythen – Was stimmt eigentlich?

Zur Weihnachtszeit wimmelt es nur so von Geschichten, Bräuchen und Halbwahrheiten. Manche hören wir schon seit Kindertagen, andere kamen erst durch Werbung oder Filme dazu. Heute schauen wir uns ein paar der bekanntesten Weihnachtsmythen genauer an – und klären, was wirklich dahintersteckt.

1. Der Weihnachtsmann wohnt am Nordpol.
Ein schöner Gedanke, aber leider mehr Fantasie als Realität. In Wirklichkeit „wohnt“ der Weihnachtsmann offiziell in Lappland, Finnland, genauer gesagt in Rovaniemi, der als offizielle Heimat des Weihnachtsmanns gilt. Die Vorstellung vom Nordpol stammt vor allem aus amerikanischen Gedichten und Geschichten des 19. Jahrhunderts. In Deutschland kannte man sogar lange Zeit gar keinen „Weihnachtsmann“ im heutigen Sinn – stattdessen brachte der Nikolaus (am 6. Dezember) oder das Christkind (am 24. Dezember) die Geschenke.

2. Coca-Cola hat den Weihnachtsmann erfunden.
Dieser Mythos hält sich hartnäckig. Tatsache ist: Der Weihnachtsmann war schon vor Coca-Cola bekannt, mal als bischofsähnliche Figur, mal als Waldgeist oder in verschiedenen bunten Mänteln. Erst in den 1930er-Jahren hat Coca-Cola ihm mit der berühmten Werbung den bis heute typischen rot-weißen Look verpasst – und so das Bild vom modernen Weihnachtsmann weltweit verbreitet.

3. Glühwein macht schneller betrunken als normaler Wein.
Da steckt tatsächlich etwas Wahres drin! Durch die Wärme weiten sich die Blutgefäße und der Alkohol gelangt schneller ins Blut. Außerdem wird Glühwein wegen der Süße oft unterschätzt – man merkt den Alkohol erst später. Deshalb gilt: Besser langsam genießen, sonst wird’s schneller beschwingt, als man denkt. 

4. Unter dem Mistelzweig muss man sich küssen.
Dieser Brauch stammt ursprünglich aus England und hat keltische Wurzeln. Misteln galten als heilige Pflanzen, die Glück, Liebe und Fruchtbarkeit bringen sollten. Der Kuss darunter sollte das besiegeln. Heute kennt man das meist aus Filmen oder Weihnachtsfeiern – in der Realität ist es natürlich nur ein freiwilliger, symbolischer Brauch und keine Pflicht. 

5. Der Weihnachtsbaum ist eine uralte christliche Tradition.
Der geschmückte Weihnachtsbaum ist gar nicht so alt, wie viele denken. Schon in vorchristlicher Zeit wurden immergrüne Pflanzen wie Tannen als Symbole für Leben, Hoffnung und Schutz vor bösen Geistern genutzt. Im 16. Jahrhundert tauchten in Deutschland die ersten Tannenbäume mit Äpfeln, Nüssen und Süßigkeiten auf. Im Mittelalter wurde der Brauch christlich gedeutet – etwa als „Paradiesbaum“, der an die Geschichte von Adam und Eva erinnert. Den richtigen Durchbruch erlebte der Weihnachtsbaum jedoch erst im 19. Jahrhundert und heute ist er aus keinem Wohnzimmer mehr wegzudenken.

6. Das Christkind ist das Jesuskind.
Ein häufiges Missverständnis! Das Christkind ist nicht das Baby Jesus, sondern wurde im 16. Jahrhundert von Martin Luther eingeführt. Er wollte die Aufmerksamkeit von Heiligenfiguren wie dem Nikolaus weglenken – und so wurde das „Christkind“ erfunden, das an Weihnachten die Geschenke bringt. Später wurde es oft als Engel dargestellt, besonders im süddeutschen Raum.

7. Weihnachtsplätzchen sind nur zum Naschen da.
Ursprünglich hatten Kekse und Gebäck zur Weihnachtszeit eine symbolische Bedeutung: Sie sollten böse Geister vertreiben und Schutz bringen. Schon die Kelten backten Plätzchen zur Wintersonnenwende, oft in Tier- oder Sternformen, um böse Geister zu besänftigen. Später bereiteten Mönche in Klöstern Plätzchen zu, um sich auf Weihnachten vorzubereiten und verteilten sie an ärmere Menschen. Erst mit der Zeit wurden Plätzchen vor allem zum Genießen – und sind heute aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken.

8. Drei Könige standen an der Krippe.
Auch das ist ein Mythos. In der Bibel ist nur von „Weisen aus dem Morgenland“ die Rede – nicht von Königen und schon gar nicht von ihrer Zahl. Die Zahl drei leitet sich wahrscheinlich von den drei Geschenken Gold, Weihrauch und Myrrhe ab. Erst durch spätere Legenden wurden daraus die „Heiligen Drei Könige“ Caspar, Melchior und Balthasar.

Fazit:
Viele Weihnachtsmythen haben einen wahren Kern, andere sind eher clevere Erfindungen. Am Ende spielt es keine Rolle, ob sie historisch korrekt sind – wichtig ist, dass sie unsere Vorfreude steigern und für festliche Stimmung sorgen.
 

#WeihnachtsChallenge2025
Sieh dir einen Weihnachtsfilm an – allein oder mit Freund*innen.