Pressemitteilung 12 / 2017   ( zur Übersicht )

Resolution des Verwaltungsrats des Kölner Studierendenwerks AöR vom 21. September 2017


Der Verwaltungsrat des Kölner Studierendenwerks AöR lehnt die Pläne der NRW-Landesregierung zur Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger ab.

Im Koalitionsvertrag der neugewählten Landesregierung zwischen CDU und FDP wird die Einführung eines „Studienbeitrags“ für Studierende aus Dritt-staaten, also dem Nicht-EU-Ausland, angekündigt. Modell hierfür soll die Ein-führung ähnlicher Studiengebühren in Baden-Württemberg Anfang Mai 2017 sein. Dabei zahlen – mit wenigen Ausnahmen – Studierende aus Drittstaaten einen Beitrag von 1.500 € pro Semester. Die Landesregierung in NRW erhofft sich von der Neuregelung Mehreinnahmen von ca. 100 Mio. € pro Jahr.

Der Verwaltungsrat des Kölner Studierendenwerks lehnt die Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger ab. Sie werden dazu führen, dass weniger junge Frauen und Männer aus der ganzen Welt an unse-ren Hochschulen studieren. Dabei profitiert Nordrhein-Westfalen sehr von internationalen Studierenden, sie bereichern unsere Kultur, unsere Wirtschaft und unser Land. Aus Erfahrung wissen wir zudem, dass Studiengebühren vor allem für mehr Bürokratie sorgen und kaum Effekte auf eine bessere Lehre haben. Das Studium für internationale Studierende in NRW unattraktiver zu machen, ist also in vielerlei Hinsicht nicht sinnvoll.

Viele betroffene Studierende leben bereits jetzt mit einem sehr eng berech-neten Budget und würden durch eine solche Gebühr zusätzlich stark belastet. Es ist zu befürchten, dass die Betroffenen ihr Studium in NRW nicht fortsetzen und weitere Studieninteressierte vom Studium abgehalten werden. Am Hoch-schulstandort Köln sind Internationalisierung und grenzenlose Bildung ein wichtiges Grundprinzip, welches sich auch in den Leistungen des Kölner Stu-dierendenwerks widerspiegelt. Daraus ergibt sich für den Verwaltungsrat des Kölner Studierendenwerks die Pflicht, in dieser Diskussion Farbe zu bekennen, in der Hoffnung dadurch die Umsetzung der Pläne, wie sie momentan im Koa-litionsvertrag festgeschrieben sind, noch beeinflussen zu können.

[Beschlossen in der Verwaltungsratssitzung am 21. September 2017]

Anfragen beantwortet der Verwaltungsratsvorsitzende des Kölner Studierendenwerks
Patrick Schnepper Tel.  01777602034, patrick.schnepper@googlemail.com