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Lernletter September 2012

 

Thema: Biorhythmus und Studium: Der Tag verläuft in Wellen

Wie wichtig morgens ein gelungener Einstieg in den Tag ist, haben Sie sicher selbst schon einmal erfahren. Das gute Gefühl am Mittag, die wichtige Dinge schon erledigt zu haben, wirkt befreiend und motivierend. Dagegen hinterlässt ein verpatzter Vormittag  ein schales Gefühl von Erfolglosigkeit, das sich dann oft wie ein roter Faden durch den Rest des Tages zieht, begleitet von einem schlechten Gewissen über bisher Versäumtes. Hektische Betriebsamkeit am späten Nachmittag und in den Abendstunden bleibt im Ergebnis dennoch oft unbefriedigend, auch wenn noch so einiges geschafft wurde. Und je nachdem, wie spät es dann am Abend wird, setzt sich das Drama am nächsten „Morgen“ fort.

Wer das kennt wird sich sicher schon einmal gefragt haben, warum Tage immer mal wieder so verlaufen, obwohl man es doch eigentlich ganz anders vorhatte. Hier greifen mindestens zwei Aspekte ineinander, nämlich unser Biorhythmus und die (mangelnde) Planung von Aufgaben.

Jedes Lebewesen ist physiologischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen, die u.a. auch die Leistungsfähigkeit bestimmen. Wir Menschen sind eher tagesaktiv, dabei aber nicht gleichbleibend leistungsfähig. Der sogenannte Circadianrhythmus verläuft in Wellen und ist, mit leichten Abweichungen von etwa +/- 1 Stunde, für alle Menschen gleich. 

Unsere leistungsfähigste Zeit (körperlich und geistig) liegt am Vormittag etwa zwischen 8/9.00 und 12/13.00h. Hier erreicht unsere Hirntätigkeit absolute Spitzenwerte. Danach nehmen Merk- und Konzentrationsfähigkeit kontinuierlich ab, gefolgt von einem „Zwischenhoch“ am Nachmittag (etwa zw. 15/16.00 – 18/19.00h). Es gibt aber auch Ausnahmen, bei den sogenannten Abendmenschen ist die Leistungsfähigkeit etwas anders gesteuert. Sie werden im Laufe des Vormittages langsamer wach und aktiv, und sie erreichen im Laufe des abends ihre höchste Leistungsfähigkeit. Hierbei muss man jedoch den natürlicherseits gegebenen Verlauf von dem unterscheiden, der durch die Lebensgestaltung antrainiert wurde.

Lebensgewohnheiten und / oder jobliche Anforderungen ergeben zum Teil veränderte und auch ständig wechselnde Rhythmen, mit denen wir nur mehr oder weniger gut zurecht kommen. Wir spüren deutlich, dass Körper und Geist Zeit benötigen, um wach zu werden, leistungsfähig zu sein und zu regenerieren. Entsprechend wirkt sich dies auf unser Wohlbefinden, die Motivation, die Leistungsfähigkeit und auch Leistungsbereitschaft aus.

Wenn die studentischen Aufgaben also nicht so verlaufen wie man sich das eigentlich vorstellt, alles etwas schwergängiger ist und man auch die entsprechende Motivation vermisst, lohnt sich der Blick auf den Biorhythmus und die Tagesgestaltung. Vielleicht ist dort ein Ansatzpunkt der sich stärker auswirkt als man es meint.

Der zweite Aspekt „Planung“ umfasst die Vorausschau der zu erledigenden Aufgaben mitsamt der Verbindlichkeit sich selbst gegenüber, diese auch umzusetzen.

In der Regel gilt für die meisten Menschen / Studierenden, dass die Aufgaben dann gut klappen, wenn man sie konkret definiert, geplant und terminiert hat. „Ich mache das dann, wenn sich die Gelegenheit ergibt“ ist viel zu schwammig, und die Tür steht weit offen für viele andere Möglichkeiten der Beschäftigung, denen man dann im Zweifel viel lieber nachgeht. Das die relevanten Aufgaben und Ziele dann oft nur unter hohem Stress und Einsatz auf dem letzten Drücker erreicht werden, ist für viele nach einiger Zeit kein guter Zustand mehr.

Was bedeutet das nun für eine sinnvolle Studientag-Gestaltung?

  • Beobachten Sie sich und finden Sie Ihren Biorhythmus heraus: In welchen Zeiten sind Sie in der Regel leistungsfähig und wann haben Sie eher eine weniger starke Phase.
  • Passen Sie dann die zu erledigenden Aufgaben Ihrer Leistungsfähigkeit an: Nutzen Sie die Zeit am Vormittag für kreative, anspruchsvolle geistige Arbeit: Lesen, Lernen, Rechnen, produzierendes Schreiben. Hier bieten sich auch insbesondere die „ungeliebten“ Aufgaben an. Ist man diese angegangen, gibt es in der Regel einen guten Motivationsschub für den weiteren Tag.
  • Gönnen Sie sich eine Stunde Pause während des Mittagstiefs, das kann Ruhe und Entspannung sein (Essen, Nickerchen 10-20 Minuten), oder auch Bewegung, wie ein Spaziergang oder kleine Erledigungen.
  • Starten Sie wieder mit weniger anspruchsvollen Arbeiten: Wiederholungen, Abschriften, PC-Eingaben, Kopieren, Sortieren, Planungen etc.
  • Wenn die Leistungsfähigkeit in der Nachmittagszeit wieder zunimmt, können Sie sich nochmals anspruchsvolleren Aufgaben widmen. Beenden Sie die Arbeitszeit mit einemErfolgserlebnis“, dies erleichtert den Start / das Weitermachen am nächsten Tag.
  • Belohnen Sie sich zum Ausklang des Tages mit einer Aktivität, die Ihnen Freude bereitet, treiben Sie Sport zum Ausgleich, treffen Sie Freunde…
  • Folgen Sie letztendlich rechtzeitig dem Bedürfnis des Körpers nach Erholung und Regeneration.
  • Prüfen Sie die Auswirkungen Ihrer Lebensgewohnheiten kritisch und versuchen Sie, ungünstiges Verhalten zu minimieren. Ein relativ gleichförmiger Tagesverlauf (Schlafenszeiten) ist für unsere Produktivität am besten. Dies läßt sich nicht immer umsetzen, aber Sie können dann versuchen, die zu erledigenden Aufgaben entsprechend der zu erwartenden Leistungsfähigkeit zu planen. So vermeiden Sie eine typische Falle, dass man sich z. B. wichtige Aufgaben in Zeiten schwacher Leistungsfähigkeit vornimmt, dies dann aber einfach nicht hinbekommt und entsprechend frustriert ist.

 

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Last Updated on Wednesday, 14 November 2012 12:20