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Lernletter 03/06 

 

In den folgenden Mitteilungen („lernlettern“) soll Prüfungsangst mit ihren verschiedenen Facetten Thema sein. Der Autor hofft, dass gelegentliches Augenzwinkern wahrgenommen wird, so wie auch eine Prüfung eine ernste, aber keine todernste Angelegenheit ist.

 


Prüfungsangst – wo kommt sie her? Was kann man tun?

 

Wer auf eine Prüfung zugeht, macht sich stets Gedanken über deren drei Säulen:

 

                                    

                          die Prüfung als Anforderungssituation

 

der Prüfling als Objekt                              der Prüfer als Durchführender

 

Im Folgenden seien

 

Überzeugungen, Wahrnehmungen, Phantasien und Tatsachen

 

aufgeführt, die Teil einer sachangemessenen und deshalb angstmindernden Einstellung und Vorbereitung auf eine Prüfung sind  //  und solche, die sich gut eignen, Öl auf das Feuer von Angst und Nervosität zu gießen.: 


                               In der Prüfung besteht,  „wer alles weiß“, jedoch:

 

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Prüfer prüfen niemals auf Vollständigkeit des Wissens

(zugegeben: wer sie durch die Fülle des Gelernten und Wohlverstandenen beeindruckt, wird zuletzt mit Recht seine Bestnote davontragen) jedoch:

Wer dem Prüfer – mündlich oder schriftlich – beweist, dass er verstanden hat, was er lernte, hat keine Chance durchzufallen. (* hierzu unten ein Nachtrag)

Viele Prüfer lassen Prüflinge auch dann bestehen, wenn sie zeigen, dass sie philologisch, pädagogisch, psychologisch usw. denken gelernt haben. Dann braucht die Antwort auf eine Frage nicht einmal richtig zu sein, denn der Prüfer bescheidet sich oft mit gut begründeter Plausibilität, die ihm verrät: die Auseinandersetzung mit einer Theorie, der vereinbarten Literatur usw. fand statt.

(Das gilt natürlich nur sehr eingeschränkt für exakte und Ingenieur - Wissenschaften)

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                            „wer das Glück auf seiner Seite hat“

 

So koppelt man sich elegant von seinem Lernverhalten und allen Erfolgen ab, die man in der Vorbereitung hatte - oder hätte erleben können.

 

Wer eine Prüfung zum Glücksspiel erklärt, entwertet konsequent seine Stärken und eine prüfungsgemäße Vorbereitung, da sie ja keine Rolle zu spielen scheinen.

 

Tatsache ist so viel:

 

Eine Prüfung zieht immer „nur“ eine Stichprobe aus der Menge des Gelernten. Mehr ist zeitlich ohnehin nicht möglich. Wer sich sachangemessen, d.h. rechtzeitig, konsequent und mit Fleiß vorbereitet, vermehrt die Wahrscheinlichkeit, dass Stichprobe und Gelerntes eine Schnittmenge bilden.

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                                             „wer sich gut verkaufen kann“

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Diese Überzeugung unterstellt dem Lehrkörper ziemlich viel Dummheit, vornehmer: soziale Inkompetenz und Unreife.

 

Es mag ja sein, dass ein Prüfer jenen Prüfling lieber empfängt, der durch seine Erscheinung Respekt vor der Person und der Situation verrät, und der durch sein Selbstbewusstsein dem Prüfer das erhoffte glatt verlaufende Prüfungsgespräch ermöglicht.

 

Aber sollten sich Lehrstuhlinhaber in ihrer Leistungseinschätzung solcherart blenden lassen? Sie tun es nicht.

Deshalb:

Es gibt im Prüfungsbetrieb keine häufiger vertretene Ungerechtigkeit als die, dass Professoren Prüflinge „laufen lassen“, die es nicht verdienen, als dass sie umgekehrt solche scheitern ließen, die für eine „eins“ oder auch nur eine „vier“ gut gewesen wären.

 

Zusammenfassend könnte man sagen:

 

Eine (mündliche) Prüfung ist keine Talentprobe in Schauspielkunst!

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                           „wer gut auswendig lernen kann“

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So missversteht man das Wesen hochschultypischen Lernens gründlich.

 

Auch ein Sextaner (5.-Klässler) kann die 21 Thesen Carl Rogers` zur Therapie auswendig lernen.

20 Jahre später sollte ein Hochschulabsolvent etwas können, was ein Sextaner noch nicht kann.

 

Zum einen

-         -         ist das Auswendiglernen eine höchst unökonomische Form des Lernen, weil sie viel Zeit beansprucht und serielles Lernen fördert (sodass man u. U. nicht mehr quer einsteigen kann in einen Gedankengang),

 

zum anderen

-         -         verrät es leicht das, was oft der Fall ist, nämlich Unverständnis des Gelernten.

 

            Kein Prüfer, der dieses nicht durchschaute.

 

So übe man lieber gleich, worauf  er nicht verzichten wird:

Einen Sachverhalt unter Rückgriff auf gebotene Theorien, aber mit eigenen Worten wiederzugeben.

 

Für heute möchte der Autor es dabei bewenden lassen und verweist auf die nächsten Lernletter mit den Themen:

  • Prüfungsvorbereitung Teil I: Einige Lernpsychologische Hinweise
  • Prüfungsvorbereitung Teil II: Einige technisch-organisatorische Hinweise
  • „Glaubensbekenntnisse“: ungünstige  Gedanken und Einstellungen
  • Mündliche Prüfung: wie bereitet man sie vor?

 

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Zuletzt aktualisiert am 13.11.2012