Start Up

der frühe Vogel… /
good morning kick /
auf die Plätze, fertig, los!
Komm doch auch zum Startpunkt:
lege deine Strecke fest und bestimme dein Tagesziel: Montag bis Freitag 8:30 bis 8:45 Uhr
Treffen im Gruppenraum der BKSA, Luxemburger Str. 181-183
Lernverabredungen treffen, Aufgaben konkretisieren, Lernort bestimmen, loslegen!

Lernletter 09/07

 

Lernen und Gedächtnis: Die Informationsaufnahme

 

Der Besuch von Lehrveranstaltungen – Teil II

 

Nachdem Sie im letzten Lernletter Anregungen zur Vorbereitung einer Lehrveranstaltung und zum aktiven Zuhören erhalten haben, geht es jetzt um das Erstellen einer Mitschrift und um eine effektive Nachbereitung der Lehrveranstaltung.

 

Die Mitschrift

 

Die Erstellung einer Mitschrift setzt ein aktives Verfolgen der Veranstaltung voraus, da Sie das Gesagte nicht wortwörtlich mitschreiben können/sollen, sondern vielmehr das Wesentliche herausfiltern müssen. Die Mitschrift einer Veranstaltung dient somit der Aufmerksamkeitssteigerung und ist Lernmaterial für die langfristige Prüfungsvorbereitung. Je intensiver Sie sich auf die Veranstaltung vorbereitet haben, desto weniger müssen Sie in der Regel mitschreiben, weil einige Inhalte bereits bekannt sind.

 

v      Die Mitschrift sollte folgenden Inhalt festhalten:

 

  • das Thema und die Problemdefinition,
  • die wichtigsten Aussagen,
  • die Argumentation (Annahmen, Begründungen und Belege),
  • unterschiedliche Sichtweisen,
  • Zusammenhänge sowie Abgrenzungen zu anderen Aspekten und Themen.

 

Darüber hinaus sollten alle relevanten

 

  • Formeln, Zahlen, Quellen, Namen und Merksätze sowie
  • Beispiele,
  • Begriffe und Definitionen festgehalten und
  • Tabellen und Diagramme abgezeichnet werden.

 

v      Versuchen Sie außerdem den Aufbau der Veranstaltung zu erfassen:

 

  • Wann endet die Einleitung?
  • Wann beginnt der Hauptteil?
  • Wann fasst der Redner das Gesagte zusammen?
  • Wie viele Begründungen zieht der Redner heran?

 

Versuchen Sie auf logische Signale zu achten. Häufig lässt sich die Art des Gliederungspunktes heraushören („Zusammenfassend kann man festhalten…“).

 

v      Ferner sollten Sie folgende zusätzliche Informationen und Gedanken mitschreiben:

  • Eigene Gedanken zum Inhalt,
  • inhaltlich relevante Kommentare des Redners,
  • die zentralen Fragen des Redners (sie könnten eventuell spätere Prüfungsfragen sein),
  • Hinweise auf Prüfungen,
  • relevante Literaturangaben und möglicherweise Hausaufgaben.

 

v      Die Gestaltung der Mitschrift:

 

  • Einseitig beschriebene Einzelblätter: Verwenden Sie am besten Einzelblätter, die nur von einer Seite beschriftet werden, sodass noch Platz für Ergänzungen bleibt.
  • Die Ränder: Lassen Sie sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite einen Rand. Der rechte Rand steht für Ergänzungen, Kommentare, Korrekturen, Markierungen und Schlüsselwörter zur Verfügung und der linke Rand sollte die Gliederung der Sitzung (Überschriften) erfassen, sodass Sie recht schnell bestimmte Inhalte wiederfinden können.
  • Übersichtliche Gestaltung: Bereits während der Vorlesung oder im Anschluss daran sollten Sie die Mitschrift übersichtlich gestalten, indem Sie z.B. Überschriften farblich markieren, ggf. Kommentare hinzufügen und Schlüsselwörter unterstreichen. Hierfür können Sie sich ein paar Symbole oder Abkürzungen überlegen (z.B. Z für „Zusammenfassung“). Beginnen Sie am besten mit einem neuen Gliederungspunkt auf einer neuen Seite der Mitschrift.

 

Nachbereitung der Lehrveranstaltung

 

Die erste Überarbeitung der erstellten Mitschrift sollte möglichst direkt nach der Lehrveranstaltung bzw. spätestens einen Tag nach der Sitzung erfolgen. Das Vergessen neu gelernter Inhalte, dies weiß man aus Untersuchungen der Lernpsychologie, vollzieht sich nämlich in den ersten 24 Stunden am schnellsten. Es ist deshalb nicht zu empfehlen, alle erstellten Mitschriften des Semesters erst kurz vor einer Prüfung zu bearbeiten, da die Informationen dann mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand erst wieder ins Gedächtnis gerufen werden müssen. Auch kann das Gehirn nur eine begrenzte Informationsmenge in so kurzer Zeit aufnehmen, verarbeiten und langfristig abspeichern. Teilen Sie deshalb den Lernstoff in Portionen ein und bearbeiten Sie ihn wöchentlich ab Semesterbeginn.

 

v      Brainstorming

Steigen Sie in die Nachbereitung mit einem Brainstorming ein: Schreiben Sie aus dem Gedächtnis heraus (!) alles auf, was Ihnen zum Inhalt der Sitzung einfällt. Gliedern Sie die Informationen und ergänzen Sie sie anhand Ihrer Mitschrift. Der Lernstoff wird auf diese Weise sehr viel umfassender aktiviert als es durch ein Überfliegen der Mitschrift möglich ist.

 

v      Überprüfung der Fragen

Überprüfen Sie, ob Ihre in der Vorbereitung formulierten Fragen beantwortet wurden.

 

v      Neue Informationen

Sind neue Fragen aufgetreten? Welche neuen Informationen sind hinzugekommen? In welchem Zusammenhang stehen sie zu den schon bekannten Informationen und in welchem Zusammenhang stehen sie zum Thema der gesamten Lehrveranstaltung?

 

v      Überarbeitung der Mitschrift

Ferner sollten Sie die Mitschrift bearbeiten, indem Sie fehlende Informationen hinzufügen, Unklares nachschlagen, unleserlich geschriebene Sätze neu schreiben und Unwichtiges streichen. Ziel der Nachbereitung sollte es außerdem sein, dass Sie die Mitschrift übersichtlich gestalten, indem Sie den roten Faden herausarbeiten, wichtige Aussagen und Überschriften markieren, Gliederungspunkte und Abschnitte hervorheben, eventuell Überschriften ergänzen und

am rechten Rand Merksätze, Kommentare und Schlagwörter notieren.

 

v      Forschungsliteratur lesen

Sie sollten die relevante Literatur (noch einmal) lesen und Thesenpapiere bearbeiten.

 

v      Skript erstellen

Besonders dann, wenn viele Materialien bearbeitet werden müssen, lohnt es sich, alle diese Informationen (Mitschrift, Thesenpapier, vorgefertigte Mitschriften, angegebene Literatur, Skript des Redners) in einem eigenen Skript zusammenzufügen. Versuchen Sie hierfür, Ihre eigenen Formulierungen zu wählen.

 

v      Abheften der Mitschrift

Nummerieren Sie die Seiten Ihrer Mitschrift und legen Sie für jede Lehrveranstaltung einen Ordner an.

 

Um die darauf folgende gehirnfreundliche Verarbeitung dieser Informationen wird es in der kommenden Ausgabe des Lernletters gehen.

 

 

Seitenanfang

 

__________________________________

__________________________________

 

 

Das AD(H)S-Projekt der Uni Köln

Betreuung von Studierenden mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen

 

Als Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS: Attention deficit / Hyperactivity disorder) wird heute ein klinisches Syndrom bezeichnet, das durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentrations- und Daueraufmerksamkeitsfähigkeit, Störungen der Impulskontrolle sowie fakultativ durch motorische Hyperaktivität bzw. Unruhe gekennzeichnet ist.

Heute weiß man, dass dieses Störungsbild kein Phänomen ist, welches sich nur auf das Kindes- und Jugendalter beschränkt und sich danach „irgendwie auswächst“. Vielmehr werden die Auswirkungen dieser Beeinträchtigung auch bei  Erwachsenen beobachtet. Das Leitsymptom im Erwachsenenalter ist häufig ein Gefühl auffälliger Leistungsschwäche, nicht alle Ziele zu erreichen, die man sich gesteckt hat.

So beschreiben Betroffene u.a. regelmäßig:

·         Probleme bei der Zeiteinteilung und der Selbstorganisation

·         Schwierigkeiten, Aufgaben, besonders wenn es mehrere sind, zu organisieren

·         eine Neigung, die Erledigung von Dingen auf die lange Bank zu schieben

·         Unlustgefühle bei Aufgaben, die längere Konzentration verlangen, z.B. beim Lesen längerer Texte oder beim Zuhören längerer Gespräche (Vorlesungen)

·         übertriebenen Perfektionismus, der sie mit einer Sache nicht fertig werden lässt

·         hohe Ablenkbarkeit

·         geringe Stresstoleranz

·         einen Hang zu impulsivem Handeln

·         Stimmungsschwankungen und ein Gefühl ständiger Besorgtheit

Die ADS-Projekt-Gruppe der Humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln

unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Minsel und Prof. Dr. Gerhard Lauth

hat ein Coaching-Programm entwickelt, das sich an Studierende mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (kurz: ADS) wendet. Im Rahmen dieses Programms werden Workshops durchgeführt, die zur Selbststeuerung, Selbstorganisation und dem Umgang mit Alltags- und Studienproblemen (z.B. Einhalten von Abgabeterminen, Ablenkbarkeit bei Veranstaltungen etc.) anleiten.

Wenn Sie herausfinden möchten, ob Sie zu den Personen gehören, die von diesem Angebot profitieren können, wenden Sie sich an die

 

TELEFON HOTLINE: 0221 / 470 – 4725

 

Nähere Informationen erhalten Sie auch auf der Homepage des Projektes unter www.ads-projekt.uni-koeln.de

 

Seitenanfang

 

__________________________________ 

 

Zuletzt aktualisiert am 14.11.2012