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Wie riecht Weihnachten?
Warum der Duft von Glühwein und Lebkuchen uns Weihnachtsstimmung beschert

Orange, Limette, Waldkiefer, Sandelholz, Vanille, Cassia-Zimt, Atlas-Zeder, Anis, Nelke, Mandarine – so lauten die Inhaltsstoffe eines Lufterfrischers mit dem Duft "Weihnachten". Dieser bedient damit die Masse.

Foto: ©daniel.schönen / photocase.comIn Wirklichkeit jedoch riecht Weihnachten für jeden Menschen anders. Eine große Rolle spielen dabei Kindheitseinflüsse und Familientraditionen: Gab es früher immer eine gut schmeckende Weihnachtsgans à la Mama, dann wird der Geruch nach frischer Gänsekeule – bis zum 16. Jahrhundert kam in Deutschland übrigens nur die "Mettensau", der Schweinebraten, auf den Tisch – eine wohlige Weihnachtsstimmung auslösen. Ein schmackhafter Karpfen hingegen ließe das Gemüt kalt.

Was für ein Glück, dass sich der Weihnachtsduft meist aus ätherischen Ölen und Wärme vermittelnden Inhaltsstoffen zusammensetzt, wie etwa Nelke, Zimt oder auch Koriander.

Der typische Weihnachtsduft unterliegt außerdem dem Zeitgeist. So war es vor einigen hundert Jahren noch nicht üblich, einen Weihnachtsbaum aufzustellen – das für uns heute kaum wegzudenkende Tannen-Aroma gehörte also noch nicht zum Fest.

Zudem gibt es kulturellen Unterschiede: Während im Frankenland der Duft von Lebkuchen vorherrscht, assoziieren die Menschen im US-Bundesstaat Florida vor allem würzige Geflügel-Bratendüfte mit Weihnachten – schweres, fettiges und aufwendig gekochtes Essen kommt bei einer Durchschnittstemperatur von rund 27 Grad Celsius sonst eben nur selten auf den Tisch.

 

Rezept für selbstgemachten Glühwein

 


Quelle: http://www.zeit.de/wissen/2009-12/adventskalender-weihnachtsduft, Text: Alina Schadwinkel

Zuletzt aktualisiert am 19.12.2011