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Lernletter 01/09

 

Tipps und Tricks bei Schreibblockaden

 

Am meisten machen wir falsch, wenn wir alles richtig machen wollen (H.Schäferling)

 

Was tun gegen „Perfektionismus“?

 

Unser innerer Kritiker hindert uns oft daran, im Schreibfluss zu bleiben oder überhaupt etwas Akzeptables zu Papier zu bringen: „Das hört sich blöd an!“ „Ist das überhaupt wissenschaftlich?“ „So kann man das doch nicht sagen!“ „Stimmt das denn?“ „Die anderen kriegen das viel besser hin!“ Perfektionismus und Selbstüberforderung verhindern oft, dass wir zu einer realistischen Selbsteinschätzung gelangen. Wir wissen nie genau, was eigentlich von uns verlangt wird, können unsere eigenen Leistungen nur selten mit anderen vergleichen und verlieren so nach und nach jedes Gefühl dafür, wo unsere Stärken und Schwächen liegen. In dieser Situation hat der innere Kritiker leichtes Spiel! Probieren Sie die folgenden Tricks aus, um mit Ihrem inneren Kritiker produktiv umzugehen.

 

Führen Sie einen Dialog mit Ihrem Leser

Nicht zu wissen, für wen man eigentlich schreibt, kann lähmend sein. Wer dabei an die Prüfer und deren Wissensvorsprung und vielleicht auch noch an ihren kritischen Blick beim Lesen der Arbeit denkt, kann leicht den Mut verlieren. Deshalb sollte man sich beim Schreiben einen Mitstudenten vorstellen, der dasselbe Fach studiert, aber nicht in das Spezialgebiet eingearbeitet ist, über das wir selber gerade schreiben wollen. Welche Fragen könnte dieser Leser stellen? Welches Vorwissen hat er? Wie können wir ihm unsere Ergebnisse am verständlichsten erklären? Wenn es darum geht zu entscheiden, wie viele Informationen wir in unsere Arbeit aufnehmen, welche Erklärungen wir einfügen und wie weit wir in diesen Erklärungen ausholen müssen, ist diese Vorstellung eines studentischen Fachlesers hilfreich. Vor allem aber schützt uns dieses Bild eines konkreten Lesers vor überzogenen Ansprüchen.

 

Schreiben Sie mal etwas anderes

Hin und wieder sollte man einmal einen bewusst anspruchslosen Text zum eigenen Arbeitsprojekt schreiben: einen Tagebucheintrag zum Thema oder einen Brief, in dem man das Forschungsvorhaben einem konkreten Adressaten erklärt. Auch „Augenblickstexte“ gehören dazu: kurze Passagen zum Stand der Arbeit, zu neuen Einsichten und offenen Fragen. So lösen sich „Schreibkrämpfe“ spielerisch und man gewinnt gleichzeitig immer wieder die nötige Distanz zum eigenen Text. Diese Lockerungsübungen befreien Sie vorübergehend von dem Anspruch, wissenschaftlich schreiben zu müssen, und machen Ihnen zugleich deutlich, wie weit Sie Ihr Thema inhaltlich schon im Griff haben.

 

Halten Sie den Schreibfluss aufrecht

Unterbrechen Sie Ihren Schreibfluss nicht, um Zitate zu vervollständigen, Beispiele zu suchen, Behauptungen zu belegen oder bessere Formulierungen zu finden. Bei der ersten Niederschrift der Arbeit geht es vor allem darum, ins Schreiben zu kommen und den Schreibfluss aufrecht zu erhalten. Allerdings wird es immer wieder geschehen, dass sich unser innerer Kritiker zu Wort meldet. Einiges von dem, was er sagt, lässt sich nur schwer überhören, da es tatsächlich zutrifft. Nutzen Sie diese Kritik: Setzen Sie beim Schreiben der Rohfassung überall dort Randzeichen, wo Ihnen schon beim Schreiben Zweifel kommen. Verwenden Sie eindeutige Symbole für bestimmte Einwände: L = Logik, A = Ausdruck, G = Grammatik, Z = Zitat ergänzen, B = Beispiel einfügen. Diese Randnotizen helfen Ihnen, im Schreibfluss zu bleiben. Später können Sie sich dann gezielt um diese Punkte kümmern. Kleinere Korrekturen können Sie natürlich sofort vornehmen. Es ist durchaus in Ordnung, wenn Sie eine Formulierung verwerfen und sich spontan für eine treffendere entscheiden — Sie sollten sich jedoch auf keinen Fall an einem Formulierungsproblem festbeißen.

 

Sprechen Sie mit Ihrem inneren Kritiker

Meldet sich Ihr innerer Kritiker häufig und vehement zu Wort, sollten Sie den Dialog mit ihm suchen: Nehmen Sie ein Blatt Papier und machen Sie zwei senkrechte Spalten. Links wird alles notiert, was Ihr Kritiker sagt: „Das klingt schlecht“, „Das stimmt überhaupt nicht“, „Das schaffst du doch nie“, „Du weißt überhaupt nicht, wie das geht“, „Die andern sind viel besser“, „Das ist bestimmt ganz unwissenschaftlich“— und so weiter und so weiter. Überlegen Sie dann, ob etwas an der Kritik „dran ist“: Auf den „Killer“-Vorwurf „Das schaffst du doch nie“ könnten Sie beispielsweise antworten: „Das ist meine erste wissenschaftliche Arbeit. Ich muss erst noch lernen, wie man so etwas macht. Ich werde mal sehen, ob es an unserer Uni Seminare zum wissenschaftlichen Schreiben gibt. Wenn nicht, besorge ich mir ein Buch dazu oder frage bei anderen nach.“ Schreiben Sie Ihre Antwort auf den Vorwurf in die rechte Spalte. Auf diese Weise lassen sich pauschale und unnötig entmutigende Einwände Ihres Kritikers durch eine realitätsgerechte und ausgewogene Einschätzung entkräften. Dabei werden Sie auch feststellen, dass viele Urteile Ihres inneren Kritikers überzogen sind und dass die Realität, betrachtet man sie einmal nüchtern, bei weitem nicht so schlimm ist. Nach dieser Erkenntnis werden Sie wesentlich entspannter weiterschreiben.

 

In der nächsten Ausgabe des Lernletters verrät Ihnen die Autorin dann etwas zum Umgang mit Zeitdruck und Motivationsproblemen.

 

 

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Zuletzt aktualisiert am 14.11.2012