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Lernletter 09/05

Über die Trägheit der Körper“ (Newton)

  „Der Eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der And´re packt sie kräftig an  - und handelt!“ (Dante)

 

In unserem alltäglichen Leben sind wir ständig damit konfrontiert, mehr oder weniger (lebens-)wichtige Entscheidungen treffen zu müssen. Jeder von uns kennt sie und jeder hat seine eigene Strategie, mit ihnen umzugehen.

Welche ist Ihre bevorzugte?

Sind sie ein „impulsiver Sponti“ oder eine „rationale Pro-Contra-Prüferin“ oder gehören Sie eher zur großen Gruppe derer, die Entscheidungen am liebsten so lange wie möglich vor sich herschieben, sie gar „aussitzen“, bis andere oder „die Umstände“ für sie entscheiden oder „es sich von selbst erledigt hat“?

Gerade für die letzte Gruppe können Entscheidungssituationen immer wieder in krisenhafte Phasen führen – und ein Studium ist voll von solchen „Prüfungs“-Situationen.

 

In der Physik beschrieb Newton „das Beharrungsvermögen der Körper“ und formulierte daraus eines seiner bekannten Newtonschen Axiome: den

 

Trägheitssatz  =  Jeder Körper behält seinen Bewegungszustand nach Betrag und Richtung bei, wenn er nicht durch Kräfte gezwungen wird, ihn zu ändern. Der Betrag kann dabei auch den Wert „0“ annehmen, der Körper befindet sich dann im Ruhezustand.

 

Sie kennen dieses Phänomen bei Fahrten mit dem Auto oder mit dem Zug: Das Fahrzeug fährt an (beschleunigt) und Sie werden mit dem Rücken in die Lehne gedrückt (= ihr Körper, im Ruhezustand, möchte da bleiben, wo er ist) oder das Fahrzeug bremst ab und Sie kippen nach vorne (= Ihr Körper, jetzt in Bewegung, möchte weiter).

 

Newton hatte bei der Formulierung seiner Axiome die unbeseelte Mechanik im Sinne,  das menschliche Seelenleben scheint jedoch nach ähnlichen Gesetzen zu verlaufen.

 

Was aber, wenn solche richtungsgebenden Kräfte, die den Anstoß geben sollen,  aus dem Umfeld ausbleiben? Wenn Sie nicht „aus dem Quark kommen“, weil die Klausur beliebig oft wiederholt werden kann? Weil der Dozent aus falsch verstandener Pädagogik keinen Abgabetermin für die Hausarbeit setzt? Weil die Eltern ein ums andere Mal das Ultimatum für die finanzielle Unterstützung verstreichen lassen? Weil der/die  Partner/in es schön findet, dass Sie so viel Zeit für ihn/sie haben?

Dann bedarf es – vorausgesetzt, die eigene Unzufriedenheit mit der Situation ist groß genug (die Psychologen nennen das „Leidensdruck“) -  einer inneren Willensanstrengung, des berühmten „Rucks“!

 

Was können Sie tun, um das Trägheitsmoment aktiv zu überwinden?

 

§         Setzen Sie sich schriftlich mit Fragen an Ihre Zukunft auseinander, z.B.:

 

Wo sehe ich mich von heute an in fünf Semestern stehen?

Wo muss ich dann in drei Semestern stehen?

Was bedeutet das für das Ende des laufenden Semesters?

 

§         Schreiben Sie einen Brief an sich selbst, in welchem Sie Ihre Pläne, Wünsche, Hoffnungen , aber auch Befürchtungen festhalten. Stecken Sie ihn in einen an Sie adressierten und frankierten Umschlag und händigen Sie ihn einer Vertrauensperson aus mit der Bitte, den Brief an Sie nach Ablauf eines Semesters oder eines halben Jahres abzuschicken. Das Überraschungsmoment wird seine Wirkung nicht verfehlen!

§         Setzen Sie sich selbst Fristen zur Fertigstellung, Abgabe, Anmeldung etc. und markieren Sie diese im Kalender.

§         Teilen Sie Familie, Partner, Freunden ihre Entscheidung mit. So schaffen Sie Verbindlichkeit. (Das soll nicht unbedingt heißen, dass Sie sich der Kontrolle anderer ausliefern, wenn Ihnen das unangenehm ist!)

§         Verbieten Sie sich dabei Formulierungen, wie „eventuell“, „unter Umständen“, „vielleicht“, „wenn nichts dazwischen kommt...“. Damit halten Sie sich nur Hintertürchen offen, durch die Sie mit großer Wahrscheinlichkeit im Ernstfalle doch wieder entschlüpfen werden. Sagen Sie statt dessen:

„Ich werde tun!“

 

Oft scheuen Menschen aber diesen Schritt in der Annahme, es fehle ihnen die nötige Handlungskompetenz, um eine anstehende Aufgabe aktiv zu lösen („Ich kann das nicht!“, „Ich weiß gar nicht, wie ich das machen soll?“ etc.).

Diesen sei gesagt: Auch der Griff zum Telefonhörer, um einen Termin z.B. in der Psycho-Sozialen Beratungsstelle zu vereinbaren, ist ein deutlicher Impuls aus der „Trägheit“ heraus in Richtung Veränderung!

 

Übrigens: wer mit den o.g. Tipps „in Bewegung“ geraten ist, der wird auch die andere Erfahrung mit dem Trägheitsphänomen machen: die Klausuren oder Prüfungen sind abgelegt, aber Ihnen steckt noch der hochtourige Lernrhythmus der letzten Wochen und Monate in den Knochen. So abrupt ausgebremst zu werden empfinden viele Menschen als sehr unangenehm und es macht sie kribbelig.

Sorgen Sie deshalb für einen differenzierten Bremsvorgang, indem Sie sich für die Tage danach lange liegen gebliebene Aufräumarbeiten zur Aufgabe machen. Sie können z.B. die Prüfungsliteratur sortieren und wegräumen, die Ordnung in den eigenen vier Wänden wieder herstellen, sich der Grundreinigung einiger vernachlässigter Ecken widmen oder auch einfach einen Urlaub planen, bei dem sich Aktivitäts- und Entspannungszeiten abwechseln. Jedes Pferd wird nach einem anstrengenden Ritt zunächst noch einige Runden langsam über den Hof geführt, bevor es sich wieder in die Box stellen darf.

 

 

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Zuletzt aktualisiert am 13.11.2012