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Lernletter 09/08
 
 
Die Angst vor dem leeren Blatt
 
Schreiben ist einfach: Man setzt sich nur hin und starrt auf ein weißes Blatt Papier, bis sich Blutstropfen auf der Stirn bilden (Verf. unbekannt)
 

Schreiben lernt man nur durch Schreiben! Doch wie kommt man zum Schreiben?

Free Writing

Beginnen Sie Ihren Schreibtag einmal mit einer kurzen Schreibübung! Free Writing nennt sich dieses Verfahren, das aus dem anglo-amerikanischen Creative Writing stammt. Nehmen Sie sich jeden Tag fünf Minuten Zeit, bevor Sie mit Ihrem Schreibpensum beginnen. Notieren Sie auf einem leeren Blatt Papier alles, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Schreiben Sie „ohne den Stift abzusetzen“ und ohne Selbstzensur „automatisch“ alle Ihre Gedanken nieder. Keine Angst, es liest niemand außer Ihnen! Anschließend legen Sie das Blatt beiseite, ohne es noch einmal anzusehen. Sie werden erstaunt sein: Jetzt haben Sie den Kopf frei für Ihre wissenschaftliche Arbeit und können loslegen. Statt alle Gedanken unsortiert aufzuschreiben, können Sie auch gezielt über Ihre Schreibunlust schreiben: „Warum ich heute überhaupt keine Lust zum Schreiben habe.“ Schreiben Sie sich jedoch nicht in einen Schreibrausch hinein! Begrenzen Sie die Schreibzeit wieder auf ungefähr fünf Minuten. Durch diese Übung überwinden Sie schreibend Ihre Abneigung gegen das Schreiben.

 

Mittendrin anfangen

Beginnen Sie mit Ihrer Arbeit nach Möglichkeit nicht am Anfang! Die Einleitung ist meist der schwierigste Teil einer schriftlichen Arbeit, weil hier viele unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden müssen. Beginnen Sie stattdessen mit dem Hauptteil. Am einfachsten ist es, wenn Sie beim ersten Punkt des Hauptteils beginnen, weil sich von hier aus Schritt für Schritt die Argumentation aufrollen lässt. Sollte Ihnen jedoch dieser Anfang besonders schwer fallen, können Sie auch später ansetzen, beispielsweise bei Abschnitten oder Kapiteln, die Sie bereits gut überblicken. Wichtig ist, überhaupt mit dem Schreiben zu beginnen und dabei ermutigende Erfahrungen zu machen. Die Einzelteile lassen sich auch später noch zusammensetzen.

 

Bestandsaufnahme machen

Unter der Überschrift „Was ich schon über mein Thema weiß“ notieren Sie — in ganzen Sätzen! — alles, was Sie zu dem Kapitel, das Sie gerade schreiben wollen, parat haben. Sollten Lücken sichtbar werden, machen Sie sich eine Notiz für später. Anschließend bringen Sie die Gedanken in eine sinnvolle Reihenfolge. Auf diese Weise erhalten Sie einen „Fahrplan“ für Ihr Kapitel, den Sie nun Punkt für Punkt abarbeiten können.

 

Sich selbst vorlesen und laut schreiben

Haben Sie am Vortag bereits einen Text geschrieben, dann lesen Sie ihn sich laut vor. Damit machen Sie sich nicht nur Ihre bisherige Argumentationskette bewusst, es wird Ihnen auch leichter fallen, den neuen Text an den alten anzuschließen. Dieses Rekapitulieren klappt dann am besten, wenn Sie nicht nur Ihren alten Text laut lesen, sondern auch die nächsten drei, vier Sätze „laut schreiben“. Durch das gleichzeitige Schreiben und Sprechen erhöht sich die Denk- und Schreibaktivität. Anschließend wird Ihnen das Weiterschreiben wesentlich leichter fallen. Laut lesen und schreiben ist auch hilfreich, wenn man mitten im Schreiben stecken bleibt. Mancher schreibt zunächst flüssig drauf los, bis dann nach ein, zwei oder auch drei Seiten „nichts mehr geht“. Dann ist es am besten, erst einmal eine kurze Pause zu machen. Danach liest man sich — auch mehrfach — das bisher Geschriebene laut vor, um dann laut weiter zu schreiben.

 

Tonbandaufnahme

Bei hartnäckigen Schreibblockaden hilft ein etwas aufwändigeres, aber sehr wirksames Rezept: Nehmen Sie das, was Sie schreiben möchten, auf, und stellen Sie sich dabei vor, Sie wollten ihr Anliegen einem interessierten Zuhörer erzählen. Wenn Sie anschließend Ihren Text abtippen, haben Sie einen Rohtext, an dem Sie weiterarbeiten können. Jeder geschriebene Text, auch der unvollkommenste, ist besser als gar keiner! Denn sobald Sie einen Text geschrieben haben, können Sie ihn ergänzen, bearbeiten, verändern. Probieren Sie dieses Verfahren zunächst an kurzen Textstücken von drei oder vier Seiten aus. Oft hilft dieser Einstieg, danach unverkrampfter weiter zu schreiben.

 
Im nächsten Lernletter setzen wir diese Reihe fort mit einem Beitrag der Autorin zum Thema „Perfektionismus“.
 
 
 
Last Updated on Wednesday, 14 November 2012 10:39