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Lernletter 06/08

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Wir schreiben nicht, um verstanden zu werden, wir schreiben, um zu verstehen

(C.D. Lewis)

 

Wo liegt eigentlich genau mein Schreibproblem?

Studierende aller Studienfächer haben irgendwann im Laufe ihres Studiums einmal mit Schreibblockaden zu kämpfen, denn Schreibstörungen hat jeder, der Texte verfassen muss, gleichgültig, ob es sich um Werbetexte, einen Zeitungsartikel, einen Roman oder eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Doch kaum jemand spricht darüber. Deshalb ist es oft schwer, Erfahrungen mit anderen auszutauschen und Lösungen zu finden. Zuerst sollte sich jeder Schreiber über die eigenen Schwierigkeiten beim Schreiben klar werden. Es gibt nämlich fast genauso viele Schreibprobleme wie Verfasser von wissenschaftlichen Arbeiten. Es ist also wichtig, dem eigenen Schreibproblem auf die Spur zu kommen.

Dazu betrachten wir den Schreibprozess zunächst einmal aus der Perspektive des Textes, der von uns geschrieben werden soll. Wir benutzen dabei ein bewährtes wissenschaftliches Verfahren, nämlich den Perspektivenwechsel. Anstatt theoretisch über die Ursachen unserer Schreibblockaden nachzudenken, schreiben wir darüber und beginnen mit einer Bestandsaufnahme:„Ich bin der Text von ...“ Dieser Text soll seinen Frustrationen Luft machen, die Schwierigkeiten seines Verfassers benennen, er kann ihn aber auch loben.

 

ÜBUNG

Versetzen Sie sich in die Lage des Textes, den Sie schreiben wollen. Stellen Sie sich vor, was der Text über Sie als seinen Verfasser zu sagen hätte. Beginnen Sie mit den Worten: „Ich bin der Text von ...“ Schreiben Sie nur ungefähr eine Seite, es sollte nicht länger als 20, höchstens 30 Minuten dauern. Danach ermitteln Sie anhand dessen, was Sie niedergeschrieben haben, ihr „Lieblingsproblem“, also dasjenige Problem, das Ihnen das Schreiben vor allem schwer macht. Packen Sie danach Ihr Lieblingsproblem in einen einzigen Satz und schreiben Sie ihn auf.

 

Da diese Schreibübung zu einem anderen emotionalen Zugang zu den eigenen Schreibproblemen führt, werden neue Einsichten freigesetzt. Wer schreibt, glaubt oft, dass sein Text aus sprachlichen Gründen misslingt: „Ich kann mich einfach nicht ausdrücken!“, klagen viele Studierende. Sprachliche Schwächen sind jedoch oft nur die „Spitze des Eisbergs“. Darunter verbergen sich meist andere Ursachen wie die Unkenntnis wissenschaftlicher Darstellungsformen, Schwierigkeiten bei der Strukturierung des Materials, fehlende Planung und viele andere Defizite. Diese Schreibübung führt uns erst einmal mitten in unsere Schreiberfahrungen hinein. Durch den Wechsel der Perspektive erfahren wir mehr über unsere eigenen Stärken und Schwächen.

Bei Schreibblockaden ist es wichtig, den unüberwindbar erscheinenden Berg vor uns in lauter kleine Stücke zu zerschlagen. Auf diese Weise verschwindet die Angst vor dem leeren Blatt, stattdessen sieht man sich konkreten Schwierigkeiten beim wissenschaftlichen Schreiben gegenüber, Schwierigkeiten, die man nach und nach angehen und bewältigen kann. Wahrscheinlich sehen Sie mehr als nur ein einziges Problem vor sich. Dennoch sollten Sie jetzt nur das wichtigste Problem angehen. Es ist nämlich gut möglich, dass sich die anderen „von selbst“ lösen, sobald der Knoten erst einmal geplatzt ist. TEXT

Bevor wir uns in den kommenden Infolettern einige „Lieblingsprobleme“ anschauen und Lösungen kennen lernen, hier zunächst ein paar generelle Tipps:

• Sammeln Sie so oft wie möglich positive Schreiberfahrungen — etwa beim kreativen Schreiben oder durch kurze Entwürfe ihrer Projekte.

• Beginnen Sie möglichst früh mit dem Schreiben: Umreißen Sie kurz Ihr Arbeitsvorhaben, skizzieren Sie den Verlauf einzelner Kapitel und schreiben Sie Zusammenfassungen. Schreiben Sie auch über offene Fragen und anstehende Probleme. Wichtig ist es in jedem Fall, rechtzeitig mit der Rohfassung, also der ersten Niederschrift des Textes, zu beginnen.

• Holen Sie sich frühzeitig Feedback von anderen, auch wenn noch nicht alles perfekt formuliert ist. Auf diese Weise lernen sie, sich immer besser selbst einzuschätzen.

• „Mut zum Müll!“ ist eine wichtige Devise. Auch bei wissenschaftlichen Arbeiten darf man Vorläufiges produzieren, ungeordnete Gedanken niederschreiben, Fehler machen. Der Text muss nicht auf Anhieb stehen. Er ist zunächst nichts anderes als eine Arbeitsgrundlage. Durch jede Überarbeitung wird er besser.

• Fangen Sie heute an, Ihre Schreibgewohnheiten zu ändern. Probieren Sie nach und nach möglichst viele Tipps aus.

 

Im nächsten Infoletter lesen Sie, wie man die „Angst vor dem leeren Blatt“ überwindet.

 

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Zuletzt aktualisiert am 14.11.2012