Was passiert eigentlich...

..mit meinem Semesterbeitrag? Wer bekommt das Geld und wofür wird es ausgegeben? Welche Leistungen kann ich dadurch in Anspruch nehmen? Kurz gesagt: Wie setzt sich der Semesterbeitrag zusammen?
Der Semesterbeitrag besteht aus dem Sozialbeitrag für das Kölner Studierendenwerk (KStW) und dem Beitrag für die Studierendenvertretung, also den AStA. Er beinhaltet ebenfalls die Kosten für das Semesterticket und den Hochschulsport. Alle Studierenden der sieben Kölner Hochschulen, die das KStW betreut, zahlen den Semesterbeitrag. Die Beträge für die ASten beziehungsweise die Studierendenschaften und für das Semesterticket sind von Hochschule zu Hochschule verschieden. Der Sozialbeitrag für das Kölner Studierendenwerk ist jedoch für alle Studierenden gleich und beträgt derzeit 73 Euro.
Die genaue Zusammensetzung des Semesterbeitrags haben wir hier einmal beispielhaft für das Sommersemester 2016 an der Uni Köln aufgeschlüsselt. Die Beträge, die Studierende anderer Hochschulen zahlen, weichen nur geringfügig davon ab.

Kölner Studierendenwerk:     73,00 €
AStA Beitrag:                      8,77 €
Fakultätszuweisung:             2,10 €
Studierendensport:              1,75 €
NRW-Semesterticket:           170,10 €   
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Gesamter Semesterbeitrag:     255,72 Euro

Mehr muss man nur zahlen, wenn man die Frist verpasst. Mit Ablauf der Rückmeldefrist wird eine Mahngebühr von 4,60 Euro fällig (also ing. 260,32 Euro).
Wer bekommt den Löwenanteil?
Mit 170,10 Euro geht das meiste Geld für das Semesterticket drauf. Dieser Fahrausweis gilt für alle Stadt-, Straßen- und U-Bahnen, S- und Regionalbahnen, Regional Expresse und (fast alle) Buslinien in NRW. Zusätzlich gilt es auf einigen Bahnstrecken außerhalb von NRW. Im VRS-Gebiet (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) darf man außerdem das Fahrrad mitnehmen. Ab 19 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, sowie ganztägig am Wochenende und an Feiertagen können bis zu 3 Kinder von 6-14 Jahren und eine Person über 14 Jahren kostenlos mitgenommen werden. Weitere Infos findet ihr im Semesterticketflyer.


Und was macht das Studierendenwerk eigentlich mit den 73 Euro? Das Kölner Studierendenwerk unterhält zum Beispiel 89 Wohnheime mit ca. 4819 Plätzen, für die sich jeder bewerben kann, der an einer der Hochschulen, die vom Kölner Studierendenwerk betreut werden, studiert. Die Mieten sind sehr preiswert. Zusätzlich wird aktiv am Ausbau der Wohnheimplätze gearbeitet. Das Studierendenwerk zahlt außerdem das Bafög aus und informiert über weitere Formen der Studienfinanzierung.  25 Gastronomiebetriebe, die auf ganz Köln (und Gummersbach) verteilt sind und sich in direkter Hochschulnähe befinden, bieten täglich wechselnde Menüs, Vollwertgerichte und frische Salate zum kleinen Preis für die Studierenden an. Auch für die Seele ist etwas dabei. Die Psycho-Soziale Beratung bietet neben psychologischen Beratungsgesprächen und einer Sozialberatung auch Lern- und Schreibberatungen für die Studierenden an. Dazu gibt es verschiedene Kurse, Workshops  und Vorträge zu Themen wie Prüfungsangst, Zeitmanagement und wissenschaftlichem Schreiben. Auch internationale Studierende und Studierende mit Kind werden von speziellen Beratern und Ansprechpartnern des Studierendenwerks tatkräftig unterstützt. Es gibt ein Kontingent an 50 Kindergartenplätzen für Kinder von Studierenden. Außerdem wird der Austausch zwischen ausländischen und deutschen Studierenden unter anderem durch kulturelle Veranstaltungen gefördert.


Der AStA der Uni Köln bietet für seine 8,77 Euro neben der politischen Vertretung auch einige Services und Beratungsangebote für Studierende an. Unter diese Service-Dienstleistungen fallen der Service-Point als erste Anlaufstelle für alle Fragen, ein umfangreiches Beratungsangebot, das AStA-Café als Treffpunkt, der Studienplatztausch von und nach Köln und einige andere Angebote. Zusätzlich gibt es ein TEAM-Programm zur Hilfe ausländischer Studierender. Besonders interessant für Studierende sind auch die Fahrradwerkstatt, das preiswerte kulturelle Angebot und die frische Gemüsekiste. Für Studierende mit Kind bietet der Asta außerdem eine Kinderbetreuung in den Sommerferien an.


Die Fakultätszuweisung von 2,10 Euro geht an die jeweiligen Fakultätsräte der Fakultäten. Jede Fakultät verfügt über einen dreiköpfigen Fakultätsrat. Neben dem 1. und 2. Vorsitzenden gibt es immer einen Finanzer, der das Geld verwaltet. Von dem Geld werden zum Beispiel Erstsemesterveranstaltungen oder Erstsemesterfahrten bezahlt werden.

Der Hochschulsport erhält mit 1,75 Euro den geringsten Anteil. Hier werden viele (bis auf wenige Ausnahmen) kostenlose Kurse für Studierende angeboten. Von BOP über Freeletics zu Yogilates ist alles dabei. Außerdem wird je nach Saison Wasser- und Wintersport angeboten und wer möchte, kann sich in den verschiedensten Kampfsportarten üben. Wer lieber im Team Sport macht, kann an einer großen Vielfalt von Ballsportarten teilnehmen und auch für Naturfreunde, Tänzer und Gesundheitssportler bietet der Hochschulsport ein umfangreiches Angebot.
http://www.hochschulsport-koeln.de/de

Der Semesterbeitrag ist also ein Stück studentische Solidarität, die ihr nutzen solltet.


Zuletzt aktualisiert am 31.03.2016