Social Media

Kalender

<Dezember 2007>
MoDiMiDoFrSaSo
 
       
       
       
       
       
       

 

Was passiert eigentlich

... mit meinem schmutzigen Geschirr und Besteck?

 

Was passiert eigentlich mit dem Geschirr, das ich nach dem Essen in der Mensa auf das Förderband stelle? Wie kommt es zurück in die Küche, wie wird es gesäubert und wie lange dauert das Ganze? Wieso muss ich eigentlich vorher Servietten und sonstiges Papier vom Tablett nehmen? Was passiert mit den Essenresten, die übrig bleiben? All diese Fragen haben wir dem Leiter der UniMensa gestellt und haben dabei einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen der UniMensa bekommen.



Alles beginnt in dem Moment, an dem das Tablett auf das Förderband gestellt wird. Unmittelbar danach fährt es in einen Paternoster- Aufzug und wird hoch in die Decke transportiert. Dort läuft das Tablett dann unbemerkt auf dem Förderband über den Köpfen der Gäste einmal quer durch den Raum, um auf der anderen Seite in einem zweiten Paternoster in die Küche herabgelassen zu werden. Auf der Länge der gesamten Strecke und auch in den Aufzügen befinden sich Sensoren an der Seite des Förderbands, die sofort auslösen und das Band stoppen, wenn etwas vom Tablett rutscht. So wird die Maschine vor größeren Schäden geschützt, falls mal ein Besteckstück vom Tablett rutscht. Vor allem leichte Materialien wie Papier werden schnell vom Band geweht. Dann bleibt das Band stehen.

 

Die Reise beginnt

In der Küche angekommen, werden zunächst Gläser und Pasta-Teller von einem Mitarbeiter per Hand aussortiert. Ab in die separate Hauben-Spülmaschine. An dieser Stelle werden auch größere Essenreste entfernt um die Maschinen nicht zu überfordern. Essenreste, die weggeworfen werden oder von der Maschine abgespült werden, werden gesammelt und täglich von einer Fachfirma entsorgt.

 

Runter mit den Resten!

Danach läuft das Tablett auf dem Förderband in einen sogenannten Transportigel. Dieser sortiert Tabletts, Schüsseln, Teller und Besteck jeweils in eine eigene Spur, bevor sie durch die etwa 25 Meter lange Spülmaschine fahren. Das Besteck wird dabei als erstes von einem magnetischen Förderband angezogen, unter dem das Tablett hergeführt wird. Deswegen ist es hilfreich, wenn man das Besteck beim Abstellen des Tabletts auf das Förderband mittig auf den Teller legt. Die weitere Arbeit im Transportigel wird dann von Weichen und Transportarmen übernommen.

 

Achtung, jetzt fliegt das Besteck!

Im Spülautomaten angekommen durchlaufen die verschiedenen Geschirr- und Besteckstücke auf den 25 Metern innerhalb von 3 Minuten diverse Spül- und Trocknungsgänge zwischen 46°C und 91°C. Das Reinigungsmittel für diese Vorgänge wird aus großen Kanistern im Keller nach oben und in die Maschine gepumpt.  In diesen Räumen arbeiten alle Mitarbeiter mit einem Gehörschutz, da der Automat während des Spülvorgangs sehr laut ist. Der Spülautomat wird täglich für 1 ½ Stunden gereinigt, um einen hohen Hygienestandard zu gewährleisten. Alle Spülmaschinen sind außerdem an eine Endmineralisierungsanlage angeschlossen, um Verkalkungen zu verhindern. Die Kosten für einen Vollautomat, von denen sich insgesamt drei in der UniMensa befinden, würden sich heute auf etwa 650.00€ pro Stück – also knapp 2 Mio € für alle drei - belaufen.

 

Jetzt wird's laut!

Nach dem letzten Trocknungsgang fährt das Geschirr wieder aus dem Spülautomaten heraus und die  150-200 Meter lange Förderstrecke endet. Tabletts und Teller stapeln sich an dieser Stelle automatisch in die entsprechenden Wägen, während das Besteck und die Schüsseln per Hand von Mitarbeitern gestapelt und sortiert werden. Danach wird es von den Mitarbeitern der UniMensa in Wägen wieder an die Ausgabestellen gefahren. Jeder Teller braucht nur ein paar Minuten, um wieder einsatzbereit zu sein.

 

Geschafft!

Zusätzlich zu den 3 großen Vollautomaten und diversen Hauben-Spülmaschinen kommen in der UniMensa außerdem 3 schrankgroße Granulat-Spülmaschinen dazu, die die Ausgabebehälter und Töpfe reinigen. Auch hier dauert ein Spülgang 3 Minuten. Da es sich hierbei allerdings häufig um größere Verschmutzungen handelt, werden diese mit Hilfe von Granulat abgestrahlt. Eine solche Maschine kostet etwa 65.000€.

 

Jetzt geht's ans Eingemachte!
Zum Schluss noch ein paar interessante Fakten. Hättet Ihr geahnt, dass jährlich etwa 4.400 Teller und 9.300 Besteckstücke in den Mensen des Studierendenwerks verschwinden, obwohl bei den Spülvorgängen und in den Essenssälen kaum etwas kaputt geht? Und hättet Ihr gewusst, dass Gläser deshalb  am besten separat gespült  werden, weil das Eiweiß der Essensreste auf dem Geschirr sonst Flecken auf dem Glas hinterlassen kann? Hättest Du's gewusst?
Zuletzt aktualisiert am 03.11.2015