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Was passiert eigentlich

…mit meinem BAföG-Antrag?

Täglich verwandeln Mitarbeiter des Kölner Studierendenwerks den Papierantrag in digitale Daten, die sie verschlüsselt zum IT-Zentrum nach Düsseldorf schicken. Wir haben den Weg des berühmt-berüchtigten BAföG-Antrags nachgezeichnet.

Beratung ist das Zauberwort, wenn es um den Antrag auf Ausbildungsförderung geht, kurz BAföG-Antrag genannt. „Bitte immer vorher beraten lassen!“, sagt Hildegard Ollesch-Jaletzky, Leiterin der Abteilung Studienfinanzierung des Kölner Studierendenwerks. Es ist ihr ein großes Anliegen, den Studierenden die Angst vor dem Antrag zu nehmen. 20 000 Anträge erhält ihre Abteilung jährlich, knapp 17 000 davon werden bewilligt.
Und es könnten noch mehr sein. Unter Studierenden halten sich viele  abschreckende Gerüchte – dauert es nicht Monate bis zur Bewilligung eines Antrags? Frau Ollesch-Jaletzky wiegelt ab. Ein Antrag kann innerhalb von zwei Wochen bearbeitet werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Antragssteller alle Unterlagen vollständig beigefügt hat.
Aber fangen wir von vorne an.

"20.000 BAföG-Anträge - Beratung ist das Zauberwort"
Es gibt ihn online zum Ausdrucken und es gibt ihn an den InfoPoints des Kölner Studierendenwerks – der erste Schritt zum BAföG-Antrag ist leicht. Aus mindestens drei Teilen besteht der Antrag. Formblatt 1 und die Anlage dazu muss der Studierende selbst ausfüllen, es geht um persönliche Daten, die Ausbildung und das Vermögen. Das Formblatt 3, die Einkommenserklärung, ist dagegen Sache der Eltern oder des Ehepartners. Zusammen mit einigen Nachweisen, wie beispielsweise einem Mietnachweis, wirft ihn der Antragssteller in den BAföG-Briefkasten in der Universitätsstraße 16, gibt ihn persönlich ab oder schickt ihn per Post. Über die Poststelle gelangt er unverzüglich zum zuständigen Mitarbeiter. Dieser sortiert die Unterlagen dann. „Er stellt aber meist fest, dass noch etwas fehlt, zum Beispiel die Studienbescheinigung“, sagt Frau Ollesch-Jaletzky. Oftmals würden auch Eltern die Einkommenserklärung nicht vollständig ausfüllen. Durch das Nachreichen von Unterlagen entstünden die meisten Verzögerungen. Denn erst wenn alles beim zuständigen Mitarbeiter ist, kann dieser die Daten in das spezielle Programm am PC eingeben.

Warum dauert es manchmal länger?

Zwischen Köln und Düsseldorf gibt es eine enge Verbindung, zumindest digital gesehen. Über eine sichere Datenautobahn schicken die Mitarbeiter des Kölner Studierendenwerks alle Angaben aus den BAföG-Anträgen zur IT.NRW nach Düsseldorf, einer riesigen EDV-Verwaltungseinheit für verschiedene Ämter. Zwar sind die Kölner Mitarbeiter dazu ausgebildet, den Studierenden die Berechnung des BAföG-Satzes genau erklären zu können, konkret berechnet wird der Satz aber bei IT.NRW. Von dort aus geht schließlich ein Bescheid an den Antragssteller, in dem er erfährt, wie hoch seine Förderung ist. IT.NRW benachrichtigt sogleich die Landeskasse. „Diese ist praktisch ein Geldtopf, der darauf wartet, abgerufen zu werden“, sagt Frau Ollesch-Jaletzky.

"Zwischen Köln und Düsseldorf gibt es eine enge Verbindung"

Der Weg des BAföG-Antrags ist also gar nicht so lang. Allerdings gibt es schon ein paar Dinge zu beachten: Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ist ein besonderer Teil des Sozialgesetzbuches, wie auch das Arbeitslosengeld. Folglich unterliegen alle Leistungen dem Sozialgeheimnis. So darf die telefonische Nachfrage, ob der Antrag angekommen ist, nicht einfach von einer Mitarbeiterin des Kölner Studierendenwerks beantwortet werden. Das ist anders, wenn die Anfrage postalisch oder als unterschriebener Scan eingeht. Streng geheim - BAföG unterliegt dem Sozialgeheimnis
Und wer den BAföG-Antrag einmal gestellt hat, ist nicht für immer durch mit dem Thema. Schließlich muss der Antrag nach einer gewissen Zeit neu bewilligt werden. Der Bewilligungszeitraum des Antrags dauert gewöhnlich ein Jahr, bis Ende des zweiten oder vierten Fachsemesters.
Den Prozess der Verlängerung haben die Studierendenwerke in den vergangenen Jahren schon vereinfacht. So ist u.a. der Nachweis der Krankenversicherung nicht mehr erforderlich. Einen Vermögensnachweis aber möchte das Studierendenwerk aufgrund der eindeutigen Gesetzeslage dennoch jedes Mal. Generell vertraut es darauf, dass die Antragssteller die Wahrheit sagen. Manchmal allerdings überprüfen Mitarbeiter diese auch mit Hilfe des Zentralamtes für Steuern. Dieses teilt dem Studierendenwerk die Höhe der vom Antragssteller in Anspruch genommenen Freistellungsbeträge mit. Übersteigen diese einen gewissen Wert, muss das Studierendenwerk davon ausgehen, dass der Antragssteller doch ein höheres Vermögen besitzt.  „Aber keiner soll Angst haben, den Antrag zu stellen oder abschätzend behandelt zu werden!“, sagt Frau Ollesch-Jaletzky.  Sie und ihre Mannschaft geben jeden Tag ihr Bestes in der Abteilung Studienfinanzierung. Denn finanziell unterstützt ist ein Studierender frei – und BAföG hilft dabei.

Laura Kettler

"Keiner soll Angst haben, den Antrag zu stellen!"

Link: Mehr Infos zu Beratung und BAföG


 

BAföG beantragen - ganz leicht

Zuletzt aktualisiert am 21.07.2015